Der ehemalige Wirtschaftsminister von Sachsen Anhalt, Sven Schulze (*1979 in Quedlinburg, aufgewachsen im nahegelegenen Dörfchen Hetebron), ist der neue Ministerpräsident seines Bundeslandes.
Seine Wahl stand nie in Gefahr, denn die Regierungskoalition aus CDU, SPD und FDP stellt 56 Parlamentarier (40+9+7) im Landtag mit insgesamt 97 Sitzen. Er wurde im ersten Wahlgang gewählt und erhielt sogar 58 Stimmen, also mindestens zwei Stimmen von der Opposition, sollten alle Mitglieder der Koalition geschlossen Sven Schulze gewählt haben. Es gab 38 Nein-Stimmen, keine Enthaltung sowie eine ungültige Stimme.
Mit 46 Jahren ist Sven Schulte zur Zeit der jüngste Landeschef in Deutschland. Er ist der Nachfolger seines 71-jährigen CDU-Parteikollegen Reiner Haseloff, der nach 15 Jahren im Amt als dienstältester Ministerpräsident vorzeitig abtrat, um Sven Schulze Rückenwind für die kommende Landtagswahl vom 6. September 2026 zu geben, die dieser dringend nötig hat, denn die Umfragewerte sind schlecht.
Laut einer INSA-Umfrage vom 27. Januar 2028 riskiert die CDU im September bei der Landtagswahl nur noch auf 26% (-11 Prozentpunkte im Vergleich mit der Landstagswahl von 2021) zu kommen und von der AfD mit 39% (+18) klar und spektakulär überholt zu werden. Laut INSA käme Die Linke auf 11% (unverändert), die SPD auf 8% (-0,5), das 2021 noch nicht bestehende BSW auf Anhieb auf 6%, die Grünen auf 3% (-3) und die FDP auf erbärmliche 2% (-4,5). In Sachsen-Anhalt gilt die 5%-Hürde für den Einzug in den Landtag. Laut der genannten Umfrage verlöre die heutige Koalition von CDU, SPD und Liberalen ihre Mehrheit in Magdeburg.
Laut der offiziellen Biografie auf seiner Webseite machte Sven Schulze 1998 das Abitur am Europa-Gymnasium Stephaneum in Aschersleben. Nach dem Zivildienst studierte er von 1999 bis 2007 an der Technischen Universität Clausthal Umweltschutztechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Als Diplom-Wirtschaftsingenieur arbeitete er von 2007 bis 2011 als Projektingenieur bei zwei mittelständischen Maschinenbauunternehmen im Harz und in Baden-Württemberg. Von 2012 bis 2014 war er als Vertriebsleiter bei Eckold in Sankt Andreasberg tätig.
Sven Schulze ging bereits mit 19 Jahren in die Politik. Für die CDU wurde er zum jüngsten Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Hetebron gewählt; er blieb dort von 1998 bis 2007. Von 2004 bis 2007 sass er zudem für die Christdemokraten im Kreisrat von Quedlinburg. Von 2006 bis 2014 war er Landesvorsitzender der Jungen Union. Ebenfalls seit 2006 war er Mitglied des Landesvorstands der CDU von Sachsen-Anhalt. Von 2011 bis 2019 war er Vorsitzender des CDU-Landesfachausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten seines Bundeslandes. 2014 wurde er ins EU-Parlament gewählt. Ende 2015 wurde er Mitglied des Bundesvorstands der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der Unionsparteien. Zugleich ist er Mitglied der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Sachsen-Anhalt (CDA). Er vertritt also Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Interessen.
2021 holte ihn Minsterpräsident Haseloff als Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten in sein Kabinett. Ebenfalls in jenem Jahr stieg Sven Schulze zum CDU-Landeschef auf. 2024 wurde er Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Am 7. August 2025 kündigte Ministerpräsident Haseloff an, bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom September 2026 nicht mehr antreten zu wollen. Er schlug Sven Schulze als CDU-Spitzenkandidaten vor. Im November 2025 wählten ihn knapp 91% der CDU-Landesvertreter zu ihrem Spitzenkandidaten. Am 12. Januar 2026 schliesslich kündigte Reiner Haseloff seinen vorzeitigen Rücktritt zugunsten von Sven Schulze als neuem Ministerpräsidenten an. Das Landesparlament hat diesen Schritt heute mehrheitlich gutgeheissen.
Laut einem Tagesschau-Artikel war Sven Schulze vor einem Vierteljahr noch nicht einmal der Hälfte der Sachsen-Anhalter bekannt. Er sei jugendhaft und ungeduldig, meinte der Autor.
Der US-Multi Intel hat sich gegen die einst geplante €30 Milliarden Investition in eine Chip-Fabrik in Magdeburg entschieden. Am Weihnachtsfeiertag 2025 meldete die belgische Chemieforma Doma in Leuna ihre Insolvenz an. 600 Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, findet sich kein Nachfolger, der die Polyamid-Herstellung fortführen will. Der amerikanische Chemieriese Dow will Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) schliessen. Nach der Wende ab 1989 findet sich die Region erneut in einem Umbruch, einer Wirtschaftskrise. Den Menschen wird viel abverlangt. Will Sven Schulze über den 6. September 2026 hinaus Ministerpräsident bleiben, hat der ehemalige Wirtschaftsminister viel zu tun.
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Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Sven Schulze, fotografiert 2024, als er noch Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt war. Foto Copyright: Steffen Prössdorf (via Wikipedia).
Artikel vom 28. Januar 2026. Hinzugefügt um 19:22 deutscher Zeit. Ergänzt um 19:24.